Besuch der ersten Animalicum

Carola Hopfe, Ute Geiger und Ich haben uns am 24. März 2017 auf dem Weg nach Bregenz zur ersten Animalicum gemacht. Der erste Kongress über zahlreiche Themen rund um die Katze versprach mit unterschiedlichen Vorträgen, zwei spannende und lehrreiche Tage zu werden.

Eins muss man wirklich feststellen – die Vorträge wurden nicht nur von hochkarätigem Experten gehalten – jeder Vortrag war spannend und zudem äußerst lehrreich. Der Veranstaltungsort, das Vorarlbergmuseum, war schon ein Highlight für sich. In diesem monumentalen Gebäude fand die Animalicum statt. Freitagabend hielt Prof. Dr. Frank Nestmann einen sehr lehrreichen und interessanten Vortrag über die positiven Auswirkungen von Katzen auf den Menschen. Vor allem die Auswirkung auf unsere hormonelle Steuerung war sehr interessant.

Nach dem Vortrag fanden sich noch alle Teilnehmer zu einem kleinen Plausch zusammen, und danach ließen wir drei den Abend bei einem leckeren italienischen Essen entspannt ausklingen.

Der Samstag startete direkt um 9 Uhr mit dem Vortrag von Prof. Dr. Marcelo Sanchez über die Domestikation der Katze. Danach gab Birga Dexel mit einigen anschaulichen Videos einen kurzen Einblick in verschiedene Konfliktsituationen zwischen Katzen und wie diese von ihr zum Guten gelöst wurden. Vor allem der therapeutische Einsatz von Clicker- Training hat uns aufhorchen lassen. Nach einer kurzen Atempause, die auch dazu diente, die Vorträge kurz Revue passieren zu lassen und die Konzentration neu aufzubauen, erklärte Prof. Dr. Susanne Schötz mit Hilfe von Tonaufnahmen verschiedene Katzenlaute. Die meisten kannten wir natürlich von unseren eigenen Katzen und wussten um deren Bedeutung. Dennoch war es absolut spannend, die Tonfolgen direkt am Laut und der Betonung auf ihre Bedeutung hingewiesen zu werden.

Vor allem wühlte kein anderer die Gemüter so auf, wie Prof. Dr. Peter Berthold, der über die Zerstörung von hiesigen Biotopen und der dazugehörigen Tierwelt durch streunende Katzen per Video referierte. Einerseits ist sicherlich sein Ansatz nachvollziehbar, aber die dargebrachte Lösung – eine Katzensteuer zu erheben – ist sicherlich nicht der beste und effektives Weg die Umwelt zu schützen.

Zu guter Letzt referierte Tierärztin Dr. Rosemarie Poskocil über die Vor- und Nachteile von therapeutischer Arbeit mit Katzen. Ganz klar wurde, dass Katzen nicht unbedingt die beste Lösung für therapeutische Hilfe in Senioren- und Pflegeheimen darstellen. Entweder sind sie nicht vorher auf ihre Eignung geprüft wurden bzw. wurden zu früh in die therapeutische Arbeit eingebunden, oder sie sind in ihrem Mindestanspruch an Ruheplätzen, Kratzgelegenheiten, regelmäßigen Füttern und Säubern des Katzenklos sehr eingeschränkt gewesen. Nur in sehr ausgewählten therapeutischen Einrichtungen wird die Katze auch Nutznießer der freiwilligen (!) therapeutischen Arbeit. Unsere Ansicht über Katzen in Pflege- und Seniorenheimen hat sich dadurch grundlegend geändert. Zum Schluss gab es noch einmal eine kleine Podiumsdiskussion zwischen allen Rednern und Teilnehmern und ein leckeres Abendessen in einer nahe gelegenen Gasstätte rundete den Tag ab. Die Animalicum war eine absolute Wissensbereicherung und wir sind uns einig, 2018 wieder den Weg nach Bregenz in Angriff zu nehmen.

Vielen Dank noch einmal an die hervorragende Organisation und Zusammenstellung der Themen durch Frau Tanja Warter, die uns auch wunderbar durch die zwei Tage geführt hat.

 

Autor:  Ariane Friedrich

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