Es ist ein besonderer Bericht, dieser Bericht von meiner Reise nach Graz. Ein Bericht über ein aufregendes Abenteuer, über viele Begegnungen und davon eine ganz besondere, Teamgeist und immer wieder unsere magischen Katzen.
Aber der Reihe nach:
Angefangen im Münsterland im Februar 2025, von wo aus ich mich an einem grauen Mittwoch mit Nieselregen aufgemacht habe, zu Carola nach Gera, mit unserem VW Bus und zwei zauberhaften jungen Thaikatzenmädchen als Reisebegleitung – Salsa Niebiańskie Oczy*PL und Magic Thai Goblin’s Wera.
Selbstverständlich wurde ich in Gera von Carola und ihrem Mann Andy schon erwartet und herzlich begrüßt. Nach einer kleinen Kaffeepause machten wir uns an letzte Vorbereitungen für unsere Weiterfahrt am nächsten Tag. Wir packten den Bulli mit allerlei Ausstattung für die Tiermesse in Graz mit angeschlossener Katzenshow. Dorthin zog es uns nämlich über das verlängerte Wochenende. Der Verein Blue Danube Cat Club richtete dieses Highlight aus und wir hatten freuten uns schon darauf, denn das Konzept versprach vielversprechendes. Veranstalter waren die Alpakazüchter der österreichischen Regionen, die neben uns Katzen- auch Fisch- und Kaninchenzüchter in die österreichische Großstadt lockten. Abgerundet wurde dies mit vielen Ausstellern, die Produkte rund um Wolle von Wollkleidung, wolligen Tierreisen, Filzschmuck oder anderen Wollvliesen zeigten und verkauften. Die Messe diente in erster Linie dazu, die Tierarten, deren Haltung, Pflege und Besonderheiten sichtbarer und transparenter vorzustellen. Wir wollten diese Chance nutzen, auch in unserem Nachbarland unsere Thaikatzen bekannter zu machen und dort neue Kontakte zu knüpfen. Der österreichische Verein des Dachverbandes TICA richtete dort an dem Wochenende auch eine Katzenshow mit Ringrichten aus und wir konnten uns auf viele errungene Punkte und Finals freuen. Magic Hopfe Cat’s Abrax wurde unter anderem die beste kastrierte Katze der Show!
Aber erstmal zurück nach Gera.
Hier ging’s anschließend erstmal weiter zum Friseur und in den Supermarkt, wo wir uns noch mit frischem Reiseproviant eindeckten. Den Abend ließen Carola und ich gemütlich mümmelnd und schwatzend mit Andy und unseren Fellschätzen auf dem Sofa ausklingen. Es gibt eben auch immer viel zu erzählen und zu besprechen, wenn wir uns wiedersehen und treffen.
Nach einer gut geschlafenen Nacht genehmigten wir uns am nächsten Tag ein kurzes Frühstück. Schon bald darauf kamen Mandy und Gisela. Der Bulli füllte sich weiter mit Katzen und Reisegepäck und wir machten uns wieder auf, auf eine recht nebelige Autobahn Richtung Münchener Flughafen. Dort begrüßte uns eine liebe Familie, die zwei Thaikatzenkinder auf dem Luftweg mit nach Italien in ihr neues Zuhause nahm.
Frohen Mutes düsten wir nach einer Pause mit Kaffee und Gebäck weiter Richtung österreichischer Grenze, um auch die vorher im Stau gestandene Ute einzusammeln.
Nun war die Reisegesellschaft komplett und wir konnten ohne weitere Staus bis Graz durchfahren. Aber wer dort schon mal in dunkler Nacht mit einem vollgestopften VW Bus die engen Gassen durchfahren hat, weiß, wie erleichtert wir waren, als wir endlich unsere Wohnung, den Pass-Key und einen passenden Parkplatz in der Nähe finden konnten.
Viele Nerven haben wir dadurch lassen müssen, sodass der mitgebrachte und warme Gulasch mit Spätzle und ein Glas Wein von Ute uns richtig gut taten. Ja, was ein Segen doch so ein deftig gewürztes Essen am späten Abend sein kann!
Die Katzen unterdessen erkundeten die schöne Wohnung und es dauerte gar nicht lange, da liefen sie – obschon aus unterschiedlichen Haushalten und wenigen Fauchern, fast alle miteinander durcheinander. Nach so einer langen Fahrt musste natürlich getobt, erkundet und gespielt werden. Trotzdem ließen es sich Salsa und Wera nicht nehmen und kuschelten sich für die Nacht wieder zu mir ins warme Bett.
Am Freitag dann bauten wir unseren Stand mit vielen Informationen rund um unsere Thaikatzenzucht auf und gestalteten für die Besucher der Tiermesse einen ansprechenden Stand. Infoflyer, Plakate, Visitenkarten, Fotos, kleine Werbegeschenke und Katzendeko schmückten unsere Ecke. Kräftig unterstützt wurden wir natürlich von unseren Samtpfoten, die sich neben dem Richten gerne dem großen Publikum präsentierten, sich Streicheleinheiten abholten und sogar für die Tageszeitung und das Fernsehen posierten. Wir waren also gut unterwegs an diesem dreitägigen Messe- und Ausstellungswochenende und tingelten zwischen Richtern und Interessierten hin und her. Viele schöne Gespräche mit neuen und alten Züchterfreunden, Ausstellern und Besuchern bereicherten diese Tage.
Eine Begegnung unter all den vielen netten und freundlichen war die von Sandra und ihrem Mann Thomas mit ihrer Tochter. Sie ließen sich durch das Messegeschehen treiben, waren eigentlich wegen der Alpakas gekommen und standen nun unvermittelter Dinge vor mir. Wir kamen zufällig, aber schnell ins Gespräch über Katzen, über das Leben, Pflegen und Arbeiten von und mit Menschen mit Behinderungen und dann merkst du, wie gut es passt.
Für einen Rassevortrag waren Carola und Mandy mit Abrax mitunter auch auf der Bühne. Anschließen war unser Stand von noch mehr Menschen umringt. Meine beiden Thaimädchen waren besonders von den höflichen und lieben Kindern beglückt. Wenn wir mal etwas Luft hatten, stärkten wir uns mit sehr leckerem Latte Macchiato oder Käse aus der Messehalle.
Freitag Abend ließen wir uns noch einmal den würzigen Gulasch, diesmal mit Nudeln schmecken. Samstag und Sonntag Abend machten wir einen Spaziergang durch die Grazer Innenstadt und kehrten jeweils in urigen Gaststätten mit typischer österreichischer Küche ein. Dabei trafen wir auch wieder auf einen guten Freund von Carola.
Ja, und dann kam der Anruf am Samstag Abend. Sandra und Thomas wollten Wera bei sich aufnehmen. Mein Herz brauchte einen Moment, um seinen natürlichen Rhythmus wiederzufinden. Wir vereinbarten eine Übergabe am Montag, wenn wir unsere Heimreise antreten wollten.
So geplant, so geschehen, etwas unbeholfen, unkonventionell und unkompliziert auf einem Supermarktparkplatz, aber so ist eben alles an dieser Geschichte besonders. Wera wurde eine Österreicherin, lebte sich in ihrem Zuhause schnell ein und eroberte im Sturm die Herzen aller Familienmitglieder samt dem Hund.
Mich erfreut besonders, dass Wera auch zur Tochter engen Kontakt hat, die besondere Pflege braucht und sich gerne zu ihr legt und setzt. Unsere Thaikatzen können sich einfach gut auf die vielfältigsten Lebensformen und Menschen einlassen und einfühlsam Nähe schenken.
So weit, so gut. Wir fuhren bei Radiomusik und mit der ein und anderen Pause voller Eindrücke, müde und abgekämpft aber zufrieden heimwärts.
Nun, diese Geschichte wäre keine besondere, wenn sie nun schon zu Ende wäre und wenn Sandra und Thomas nicht Hauptrollen in dieser Geschichte spielen würden.
Denn, es wurde mittlerweile August in diesem Jahr und die Katzenkinder meiner Thaikatzeneltern MTG’s Nimeesha und Qazim bezogen peu a peu ihr neues Zuhause, erreichte mich überraschend ein Anruf von Sandra aus Graz. Ein blue point Junge sollte es sein und der kleine blue point Junge Hinnerk wartete tatsächlich ausgerechnet noch von den fünf Katzenkindern auf seine Familie. So fügt es sich eben immer zusammen.
Wir schmiedeten über die kommenden Tage also Umzugspläne, wobei Sandra Thomas jedoch erst kurz vor seinem runden Geburtstag bei einem Abendessen überraschend einweihte, denn er hatte schon lange von diesem Wunsch gesprochen. Kurz darauf halfen Uta, Carola und Sandra & Thomas mit, sodass Hinnerk abschnittweise mit unterschiedlichen Chauffeuren die Autofahrtstrecke gut meistern konnte. So wurde auch Hinnerk ein Österreicher.
Die liebe und bescheidene Wera benahm sich anfangs etwas perplex und distanziert über den so plötzlich aufgetauchten Fremden. Hinnerk, als zurückhaltendes Katzenkind unter seinen Geschwistern, präsentierte sich in seinem neuen Zuhause sofort neugierig, aufgeweckt und taff. Es dauerte nur wenige Tage und die beiden wuchsen zu einem echten Dream Team zusammen. Jetzt wird gerne alles geteilt, Bett, Kuschelnest, Kratzbaum, Streicheleinheiten. Hinnerk wächst und gedeiht und wird ein stattlicher Thaikater mit der süßen und lieben Thaikatze Wera an seiner Seite.
Tja, und ich esse ab jetzt mein Vanilleeis nur noch mit leckerem Steirischem Kürbiskernöl. Dies haben mir Sandra und Thomas u.a. aus ihrer Heimat geschenkt. Der göttliche Genuss lässt mich immer erinnern an diese aufwühlende Reise nach Graz, an diese besondere Familie und diese außergewöhnliche Geschichte.
Caroline







































